Trachtenkapelle lädt zum Feiern ein

Die Trachtenkapelle Bieberehren feierte vom 1. bis 3. Juli das 40.Vereinsjubiläum mit einem bunten Programm. Den Auftakt bildete am Freitag eine “Geburtstagsparty” in der Raiffeisenhalle am Lindenplatz mit Party-Hits für Jung und Alt. Am Samstag ab 19 Uhr war Festbetrieb am Lindenplatz. Hierzu spielten um 20 Uhr auf der Open-Air-Bühne die “Moor-Buam”. Die Freunde des Frankenweins konnten gleichzeitig in der Weinlaube im “Schmiedshof” einen weinseligen Abend verbringen. An allen Abenden herrschte Barbetrieb in der Raiffeisenhalle. Der Fest-Sonntag begann um 9:15 Uhr mit einem Gottesdienst am Lindenplatz, der musikalisch von den “Hermann-Singers” und der Trachtenkapelle umrahmt wurde; im Anschluss war Frühschoppen und Mittagessen. Den Höhepunkt des Sonntags bildete der Fröschgässlesmarkt, der ab 13 Uhr rund um den Lindenplatz stattfand. Der Nachmittag stand unter dem Zeichen Showtime und Musik. Hierzu traten die “Kindergarten-Kids”, “Connie & the Cool Hoppers” und “Gittis flotte Flitzer” auf. Blasmusik aus Baldersheim war um 13 Uhr zu hören. Um 15 Uhr unterhielt die Trachtenkapelle Aub bis in den Abend hinein mit flotter Blasmusik.

Zahlreiche Gäste kamen zum Schulfest

Inmitten ihrer Eltern, Geschwister, Großeltern und Freunde feierten die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Aub ihr Sommerfest. Zu den zahlreichen Gästen gehörten auch die Bürgermeister der Gemeinden Aub und Gelchsheim, Robert Melber und Klaus Hennig. Selbst Altrektor Peter Frenzel hatte den Weg zu seiner alten Wirkungsstätte gefunden um zu sehen, was die Kinder im Jahre eins nach seiner Pensionierung einstudiert hatten. Mit der Verabschiedung der Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse endet für diese zum Schuljahresende die Schulzeit in Aub. Als Abschiedsgeschenk überreichte Rektor Wolfgang Stephan jedem eine CD mit Kinderbibeltexten sowie ein Klassenfoto. Musikalisch hatte die Nachwuchskapelle der Musikgemeinschaft Baldersheim/Burgerroth das Sommerfest umrahmt. Für das leibliche Wohl hatte der Elternbeirat gesorgt, die mit dem Erlös aus dem Schulfest die Schule unterstützt. So konnte mit tatkräftiger Hilfe der Eltern und auf deren Kosten die Aula der Grundschule in diesem Jahr neu ausgestattet werden. Rektor Wolfgang Stephan bedankte sich deshalb sowohl beim Elternbeirat, als auch beim Schulverband für die vorbildliche Unterstützung der Auber Grundschule.

Gemeinschaftsgeist und Vielfalt

“Ein voller Erfolg”, so Vorsitzender Gerd Schleyer, war für den Musikverein Hesselbach das Bundesbezirksmusikfest, bei dem neben einem ansprechenden musikalischem Rahmenprogramm sich auch 20 Kapellen der Wertung der Juroren des Nordbayerischen Musikbundes stellten.
Die Wertungen in der Oberstufe: Jugendblasorchester Großbardorf (mit ausgezeichnetem Erfolg), Opferbaumer Musikanten (mit ausgezeichnetem Erfolg), Spielmanns- und Fanfarenzug im TSV 1877 Gerbrunn (mit sehr gutem Erfolg), Musikverein Hohenroth, Großes Orchester (mit sehr gutem Erfolg),
In der Mittelstufe: Stadtkapelle Münnerstadt (mit sehr gutem Erfolg), Musikverein Strahlungen (mit gutem Erfolg), Musikverein Retzstadt (mit sehr gutem Erfolg), Saalequellemusikanten Alsleben (mit gutem Erfolg), Jugendblasmusikorchester Musikverein Hohenroth (mit ausgezeichnetem Erfolg), Eisenbahner Musikverein Elm e.V. (mit sehr gutem Erfolg).
In der Unterstufe: Die Jungen Wilden Musikverein Grafenrheinfeld (mit ausgezeichnetem Erfolg), Jugendkapelle Mönchstockheim (mit gutem Erfolg), Die Kleinen Künstler Musikverein Unterpleichfeld (mit gutem Erfolg), Die Jungen Sennfelder (mit sehr gutem Erfolg), Baldersheimer Youngsters (mit gutem Erfolg).
In der Grundstufe: Jugendkapelle der Werntalmusikanten Arnstein (mit sehr gutem Erfolg),Bläserklasse 2003/2005 Musikverein Unterpleichfeld (mit sehr gutem Erfolg), Anfängerklasse des Musikvereins Willanzheim “Die Jungen Breitbachtaler” (mit ausgezeichnetem Erfolg).
In der Stufe “Ensemble mittel” wurde dem Blechbläser-Ensemble des Musikvereins Hohenroth ein ausgezeichneter Erfolg zugesprochen und “danos de lata”, ein Ensemble der Werntalmusikanten, Arnstein, nahm am Kritikspiel teil.
Eine lange Vorbereitungszeit seit Weihnachten 2002 und die Mithilfe der gesamten Dorfbevölkerung machte es möglich, in einem nur 1000 Einwohner zählenden Ort ein solches Fest auszurichten, zieht Schleyer Bilanz. Neben den Wertungsspielen zeigte auch der Festzug mit rund 50 Musikkapellen und Spielmanns- und Fanfarenzügen die Vielfalt der Blasmusikgruppen im Bezirk Unterfranken und seiner angrenzenden Landschaften.

Romantik pur zwischen alten Gemäuern

Der Truchsess hatte eingeladen – und viele waren gekommen. Das Reichelsburgfest der Musikgemeinschaft Baldersheim/Burgerroth, das in diesem Jahr zum neunten Mal in Folge stattfand, hatte auch am Wochenende wieder zahlreiche Festbesucher auf die Burgruine im Wald oberhalb des Gollachtals zwischen Aub und Baldersheim gelockt.
Einladend winkte die Fahne auf dem Turm der Burgruine schon weithin über das Gollachtal. Dort, in dem alten Gemäuer, konnten die Festgäste aus nah und fern wieder Burgenromantik pur erleben.
Trotz des gleichzeitig stattfindenden DFB-Pokalfinales am Samstag Abend und der hochsommerlichen Hitze war das Fest gut besucht, als Truchsess Otto Haaf und sein Burgfräulein Ina Heidschmidt aus den Händen des zweiten Bürgermeisters der Stadt Aub die Schlüssel der Burg in Empfang nahmen.
Fränkisches Hochzeitsessen
Unter Lichterketten vor dem mit Scheinwerfern angestrahlten Burgfried ließen sich die Gäste bei Ritter- essen, Sau am Spieß und zünftiger Musik der Musikkapelle Gelchsheim von den Baldersheimern richtig verwöhnen. Gut besucht war auch wieder der Festgottesdienst auf der Reichelsburg. Bei fränkischem Hochzeitsessen (Rindfleisch mit Nudeln und Meerrettich) blieb mancher Gottesdienstbesucher gerne auch gleich zum Mittagessen auf der Burg. Mit einer Tanzeinlage in historischen Gewändern warteten die Tänzerinnen des Tanzkreises am Sonntag Nachmittag auf.
Zu später Stunde kamen dann sogar noch ein paar Reiter, die dem Truchsess hoch zu Ross als Zent eine gute Flasche Wein überbrachten. Einen schweren Stand hatten die Musikanten aus Baldersheim und Burgerroth, die tagelang zwischen den von der Sonne aufgeheizten Mauern der Burgruine ihre Stände aufbauten, ihre Gäste bewirteten und verköstigten.

Randalierer am Werk
Kein Verständnis hatten die Veranstalter dafür, dass Randalierer die Lichterkette, die den Festbesuchern in der Nacht den Weg durch den Wald erleuchten sollten, herunterrissen und zerstörten. So blieb manchem Gast, der zu nächtlicher Stunde den Heimweg antrat, nicht erspart, im finsteren Wald seinen Heimweg mühsam suchen zu müssen.
© mainpost – Alfred Gehring

“Brüggereefest” am Vatertag

Der Musikverein Himmelstadt veranstaltete am Donnerstag, 5. Mai, sein alljährliches “Brüggereefest” direkt am Radweg an der Mainbrücke im Himmelstadter Altort. Für musikalische Unterhaltung sorgten die Trachtenkapelle Waigolshausen und die Musikgemeinschaft Baldersheim/Burgerroth.

Von der schönsten Seite

Zum “Marktfest wie vor 40 Jahren” müssen die Gaukönigshöfer ihre Gäste nicht lange bitten: Die kamen gleich so zahlreich, dass es besonders am Nachmittag zeitweilig kaum ein Durchkommen gab.
Vielfältige Unterhaltungsmöglichkeiten bot den kleinen Gästen der Kreisjugendring (KJR), der im Rahmen des Marktfestes seinen Verbändetag abhielt und das Programm bereicherte.
Zur rechten Marktfeststimmung trugen mit schwungvollen Melodien sowohl die Eichelseer Musikanten wie auch die Polka-Piraten, Wolfgang Stephan und nicht zuletzt die Schülerkapelle Hettstadt und die Bläserklasse Baldersheim-Burgerroth mit ihren Darbietungen bei.
Nach dem Marktrummel und dem Besuch der rund 50 “Anlaufstellen” konnten sich Geist und Körper entspannen bei einem Kirchenkonzert, bei dem das Kammerorchester-Ensemble der Würzburger Sing- und Musikschule unter der Leitung von Christoph Reuter alle Register seines Könnens zog. 

Baldersheimer Musiker mit Maß

Die Bläserklasse Baldersheim hat beim Bezirksmusikfest des Nordbayerischen Musikbundes in Hohenroth im Landkreis Neustadt-Saale erstmals an einem Wertungsspiel teilgenommen.
Dirigent Sebastian Mark wollte nach eineinhalb Jahren des Bestehens der Bläserklasse den Leistungsstand beurteilen lassen. So kam die Idee auf, die jungen Bläserinnen und Bläser unter Prüfungsbedingungen testen zu lassen. Ziel von Mark ist es, die Jungmusiker frühzeitig an Stresssituationen zu gewöhnen und ihnen Gelassenheit und Ruhe zu vermitteln. Die Bläserklasse trat in kompletter Besetzung von 33 Kindern beim Wertungsspiel an und schloss mit sehr gutem Erfolg ab. Der Wertungsbericht stellt der Bläserklasse insgesamt ein sehr gutes Zeugnis aus.
Der Leistungsstand zeuge von einer soliden Ausbildung und es werde mit viel Freude musiziert. Die Literatur entspreche dem Leistungsstand der Musiker und die Leitung der Bläserklasse sei in sehr guten Händen, heißt es in dem entsprechenden Bericht. Entsprechend stolz ist der Vorsitzende der Musikgemeinschaft Baldersheim-Burgerroth, Franz Mark, auf die Nachwuchsarbeit in seinem Verein. Man wolle sich aber auf dem Erfolg nicht ausruhen, sondern weiter Nachwuchs ausbilden, so Mark. Derzeit wird versucht, eine zweite Bläserklasse in Baldersheim ins Leben zu rufen.

Familienfest: Die Kleinen stehen im Mittelpunkt

Die bunten Fähnchen, die von den Kindern mit Begeisterung geschwungen werden, weisen auf das Familienfest der Gaukönigshöfer Musikkapelle hin, das am Sonntag, 4. Juli, gefeiert wird. Dass bei der Veranstaltung, die um 10 Uhr mit dem Gottesdienst auf dem Festplatz beginnt, besonders die kleinen Gäste im Mittelpunkt stehen, zeigt das bunte Programm, das die Veranstalter bieten. Nach dem Mittagessen ab 11:30 Uhr ist vergnügliche und abwechslungsreiche Unterhaltung angesagt: Um 13:30 Uhr stellt sich unter der Leitung von Simone Korte die Sing- und Musikschule vor und lädt zum Mitmachen ein. Neben dem Basteln von Tiermasken, der Schminkecke sowie der Wasserrutsche und dem Jonglier-Workshop bietet sich den Kindern nach der Reitvorführung um 15 Uhr auch die Gelegenheit, selbst aufzusitzen. Begleitet wird das Familienfest auf dem idyllisch gelegenen Gelände vom Jugendorchester Gaukönigshofen, der Kapelle Baldersheim-Burgerroth und zum Ausklang von der Gaukönigshöfer Asthma-Band.

Truchsess schwang drei Tage das Zepter

Reichelsburgfest in Baldersheim zum achten Mal von der Musikgemeinschaft ausgerichtet

Für drei Tage übernahm wieder der Truchsess von Baldersheim in Gestalt von Otto Haaf die Regentschaft über die Burgruine Reichelsburg. Dort, auf der Anhöhe über dem Gollachtal, richtete die Musikgemeinschaft Baldersheim/Burgerroth zum achten Mal das Reichelsburgfest aus.
Bürgermeister Robert Melber übergab die Schlüssel der Burg symbolisch an den Truchsess. Als Bürgermeister der Stadt Aub fühle er sich dem Truchsess verbunden, denn dessen Vorfahren haben entscheidend dabei mitgewirkt, dass die Stadt Aub 1404 die Stadtrechte erhielt, erklärte Melber.
Für Truchsess Otto Haaf, der mit seinem Burgfräulein Ina Heidschmidt wieder die Besucher per Handschlag begrüßte, ist das Burgfest eh’ das „schönste Fest, das die Baldersheimer und der liebe Gott uns feiern lassen”.
Die Reichelsburg, von der heute außer dem noch immer recht eindrucksvollen Burgfried nur noch ein paar Mauernreste stehen, wurde während des Bauernaufstandes 1525 von aufständischen Bauern und Auber Bürgern zerstört. So steht es in den Geschichtsbüchern. Wie sich diese Episode damals zugetragen haben könnte, veranschaulichte die Musikgemeinschaft Baldersheim/Burgerroth gemeinsam mit der Gelchsheimer Musikkapelle zum Reichelsburgfest in einem Laienspiel.
Die Aufführung erhob keinen Anspruch auf historische Richtig- und Vollständigkeit der Ereignisse. Heute lebende Personen wurden zur Freude des Publikums wie selbstverständlich in die Aufführung mit einbezogen. Dass die Akteure mit Spaß bei der Sache waren, war zu spüren. Sie verstanden es, die Gäste des Reichelsburgfestes mitzureißen und zeigten in sehr lebendiger und unterhaltsame Weise mögliche Ereignisse aus dem Leben des Truchsesses von Baldersheim.
Nachdem Bürgermeister Robert Melber dem Truchsess Otto Haaf die Schlüssel der Reichelsburg übergeben hatte, ließen dieser und seine Burgherrin Ina (Heidschmidt) sich auf dem Thron nieder, um Hof zu halten. Die Bauern und Handwerker aus Aub und Baldersheim hatten vorzusprechen und ihren Zehnt abzuliefern.

Mehr oder weniger widerwillig machten alle ihre Aufwartung. „Freiherr von Manger” übereignete dem Burgherren eines seiner Pferde. Der „Schlächter von Aub”, Schlachthofbesitzer Friedrich Neckermann, überbrachte ein hübsch dekoriertes Spanferkel, seine „schönste und größte Sau”. Bäckermeister August Schedel hatte extra ein Modell der Reichelsburg gebacken und mitgebracht. „Nur her du Spitzbub, der du immer so kleine Brötchen backst,” hatte Hofmarschall Michael Neckermann den Auber Bäcker aufgefordert, seinen Zehnten abzuliefern.
Bauer Erwin Geißendörfer brachte einen Sack Getreide auf einer alten Sackkarre. Andere brachten Kartoffeln oder Heu, denn die Tiere des Truchsess „haben Hunger und Durst”. „Bauernweiber” brachten einen Wagen voll Gemüse. „Wir müssen nur schuften und müssen uns plagen, wir haben nur Arbeit und haben nichts zu sagen!” kommentierten sie ihr schweres Los. Die Fischerfreunde brachten einige Fische mit, Haus- und Hoflieferant Stüber ein Fass Bier. „Lässt du das Bier da! Truchsess, er will seinen Zehnt wieder mitnehmen!” rief der Hofmarschall entrüstet, als der Zehntpflichtige sein Fass wieder von der Bühne trug. Die Wildschützen brachten Enten, die Bälge von Fuchs, Marder und Iltis sowie einen Hasen. „Der sieht aber sehr nach Stallhase aus,” bemerkte der Truchsess treffend, nahm den Zehnt aber dennoch an. Hufeisen für die Pferde des Zehntherren brachte Hufschmied Franz Ruppert vorbei.
Maurermeister Grimm übergab einen Stein und Steinmetz Hans Melber einige aus Marmor geschaffene Vasen für den Haurat des Burgherren. Der „Unsleber Sepp”, der Schnapsbrenner, lieferte eine Korbflasche mit Selbstgebranntem Obstler ab. Diesen Zehnt konnte der Hofmarschall gar nicht schnell genug bekommen, denn „das Leben auf der Burg ist schwer und ohne Schnaps nicht zu ertragen”.
Zum Schluss kam ein Kleinbauer aus Baldersheim, ein „Bauer ohne Acker”. Das Schwein, das er mitbrachte, das er als das „größte und schönste aus seinem Stall,” bezeichnete, war dem Burgherren dann doch etwas zu klein geraten, denn es war lediglich ein Meerschweinchen. „Ich habe es sogar zwei Mal am Tag gefüttert, habe ihm zugeredet und bin mit ihm spazieren gegangen,” versicherte der Bauer: „Aber es ist nicht größer geworden.”
„Damit kommst du nicht durch,” schrie der Truchsess und ließ den armen Bauern für zwei Tage einkerkern. Damit aber beschwor er die Wut der Bauern heraus, die kurzerhand die Burg stürmten.
„Nieder mit dem Truchsess”, schrie der Bauernhaufen, der aus dem „deutschherrischen” Gelchsheim unter Führung von Alfons Leimig mit Fackeln, Dreschflegeln und Mistgabeln die Burg stürmte. Der Truchsess musste den Bauern allein gegenübertreten, denn der Hofmarschall hatte ihm kurz entschlossen, seinen Säbel übergeben, versprochen, sich um das Burgfräulein zu kümmern und dem Burgherren geraten, bis zum letzten Blutstropfen zu kämpfen.
Hart waren die Vorwürfe der Bauern. Der Truchsess habe sie ausgeraubt, Vieh und Gut gestohlen, die Höfe geplündert. Selbst den Ziegenbock und den Hofhund habe er mitnehmen lassen.
„Du warst schon immer ein Rebell!” schrie der Truchsess dem Bauernführer entgegen: „Ich stehe im Recht, ich bin ein Ritter!” „Das ist mir Wurst,” stellte der Bauer schlicht fest: „Jetzt wird gekämpft!” Mit Säbeln gingen die beiden schließlich aufeinander los.
Es war ein kurzes Gefecht. Bald hatte der Bauernführer aus Geichsheim die Oberhand. Er und seine Leute setzten den Truchsess auf dessen eigener Burg gefangen und stürmten den Weinkeller der Burg. Als alle beim Feiern waren, kam der Hofmarschall mit Verstärkung zurück und brachte die Burg wieder unter seine Kontrolle. Bauernführer Alfons Leimig, dem diese Rolle auf den Leib geschnitten war und der improvisierte, der seinen Teil ohne geschriebenen Text sprach, musste sich mit seinen Leuten dem Hofmarschall schließlich doch beugen. Zum Dank für seine Heldentat wurde der Hofmarschall zum Feld- und Hofmarschall befördert.
Das Stück, das auf der Reichelsburg zum ersten Mal aufgeführt wurde, war ein Geschenk der Musikgemeinschaft Baldersheim/Burgerroth an die Stadt Aub zu deren 600-jährigem Stadtjubiläum.
Vom Wetter waren die Baldersheimer Musikanten nicht gerade verwöhnt. Am Freitag, zum Beatabend, setzte Regen ein und auch am Samstag war es recht kalt und zugig auf der Burg. Dennoch fanden wieder viele Gäste den Weg in das alte Gemäuer, ließen sich verwöhnen, sich von Blasmusik unterhalten und von der romantischen Stimmung des mit Lichterketten und Fackeln ausgeleuchteten Geländes bezaubern. So waren auch am Sonntag trotz vereinzelter Regentropfen wieder zahlreiche Gäste auf der Burg. Unter den Sonnenschirmen und einiger kleiner Zelte ließ es sich gut feiert. Bei Burgromantik, fränkischer Blasmusik von den Pfahlenheimer Musikanten und unter Aufsicht des Truchsess ließ es sich gut feiern,. Insgesamt zeigten sich auch die Baldersheimer Musikanten mit dem Verlauf des Festes zufrieden: „Wenn es den Gästen gefällt, gefällt es uns auch,” war die Meinung des Vorsitzenden des Musikvereins, Franz Mark, zum Verlauf des Festes.

(C) – Fränkische Nachrichten – Alfred Gehring

Ein Meerschweinchen als Zehnt

Die Reichelsburg, von der neben dem eindrucksvollen Burgfried nur noch ein paar Mauernreste stehen, wurde während des Bauernaufstandes 1525 von aufständischen Bauern und Auber Bürgern zerstört. So steht es in den Geschichtsbüchern. Wie sich diese Episode damals zugetragen haben könnte, veranschaulichte die Musikgemeinschaft Baldersheim/Burgerroth gemeinsam mit der Gelchsheimer Musikkapelle zum Reichelsburgfest in einem Laienspiel.
Die Aufführung erhob keinen Anspruch auf historische Richtig- und Vollständigkeit der Ereignisse. Heute lebende Personen wurden zur Freude des Publikums wie selbstverständlich in die Aufführung mit einbezogen. Dass die Akteure mit Spaß bei der Sache waren, war zu spüren. Sie verstanden es, die Gäste des Reichelsburgfestes mitzureißen und zeigten in sehr lebendiger und unterhaltsame Weise mögliche Ereignisse aus dem Leben des Truchsesses von Baldersheim.
Nachdem Bürgermeister Robert Melber dem Truchsess Otto Haaf die Schlüssel der Reichelsburg übergeben hatte (aber nur für drei Tage!), ließen dieser und seine Burgherrin Ina (Heidschmidt) sich auf dem Thron nieder, um Hof zu halten. Die Bauern und Handwerker aus Aub und Baldersheim hatten vorzusprechen und ihren Zehnt abzuliefern.
Mehr oder weniger widerwillig machten alle ihre Aufwartung. “Freiherr von Manger” übereignete dem Burgherren eines seiner Pferde. Der “Schlächter von Aub”, Schlachthofbesitzer Friedrich Neckermann, überbrachte ein hübsch dekoriertes Spanferkel, seine “schönste und größte Sau”. Bäckermeister August Schedel hatte extra ein Modell der Reichelsburg gebacken und mitgebracht. “Nur her du Spitzbug, der du immer so kleine Brötchen backst”, hatte Hofmarschall Michael Neckermann den Auber Bäcker aufgefordert, seinen Zehnten abzuliefern.
Zum Schluss kam ein Kleinbauer aus Baldersheim, ein “Bauer ohne Acker”. Das Schwein, das er mitbrachte, das er als das “größte und schönste aus seinem Stall” bezeichnete, war dem Burgherren dann doch etwas zu klein geraten, denn es war lediglich ein Meerschweinchen. “Damit kommst du nicht durch”, schrie der Truchsess und ließ den armen Bauern für zwei Tage einkerkern. Damit aber beschwor er die Wut der Bauern heraus, die kurzerhand die Burg stürmten.
“Nieder mit dem Truchsess!” schrie der Bauernhaufen, der aus dem “deutschherrischen” Gelchsheim unter Führung von Alfons Leimig mit Fackeln, Dreschflegeln und Mistgabeln nach einem kurzem Gefecht die Burg stürmte.
Das Stück, das auf der Reichelsburg zum ersten Mal aufgeführt wurde, war ein Geschenk der Musikgemeinschaft Baldersheim/Burgerroth an die Stadt Aub zu deren 600-jährigem Stadtjubiläum. Die Zuhörer waren begeistert und belohnten die Akteure mit anhaltendem Applaus.
© mainpost – Alfred Gehring
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