MGBB liefert ein begeisterndes Herbstkonzert ab
Wow! Was für ein Konzertabend! Was kann diese Musikkapelle eigentlich nicht. Vor kurzem erst erspielten sie sich beim Jubiläum des Nordbayerischen Musikbundes einen hervorragenden zweiten Platz. Am Wochenende boten sie ein Konzert, das die Zuhörer zu wahren Beifallsstürmen hinriss.

Da war nicht nur schmissige Marschmusik dabei, schwungvolle Polkas, Popmusik, Filmmusik, auch mit zwei echten Uraufführungen konnten die Baldersheimer aufwarten und für einen Ausflug in die Welt der Klassik hatten sie die Maschinenhalle von Michael Neckermann kurzerhand in ein Opernhaus verwandelt und sogar eine Opernsängerin auf die Bühne gebracht.
Im ersten Teil des Herbstkonzerts bewies das rund zwanzigköpfige Jugendorchester, dirigiert von Sebastian Mark, dass es längst erwachsen geworden ist und auch schon alleine eine Halle voller Menschen unterhalten kann. Nach ihrer Festival-Ouvertüre und dem Stück „Adele in Concert“ wechselten sie zu James Bond. In vier Sätzen Filmmusik von der James-Bond-Erkennungsmelodie bis zu Goldfinger führten sie die Erkennungsmelodien der bekannten Filme auf.
Anschließend machten die Jugendlichen ihr Versprechen wahr, die Halle rocken zu lassen. Mit Rockklassikern wie „Smoke on the Water“, „Knock on Wood“, „Eye of the Tiger“ und „Verdamp lang her“ brachten sie bekannte Rhythmen in die Halle. Dass die Baldersheimer ihre Jugendkapelle lieben, bewiesen an dieser Stelle die ersten Rufe nach Zugabe.

Vor der Pause hatten auch die Flötenkinder 2011 von Christina Geißendörfer ihren ersten Auftritt vor großem Publikum. Von Nervosität war allerdings wenig zu spüren, als die drei Mädchen und ein Junge vor voll besetzter Halle einige Stücke spielten. Sie machten ihre Sache gut und als die vielen Leute in der Halle applaudierten, strahlten sie um die Wette.
Nach der Pause bewies das von Thomas Hümpfner dirigierte Orchester, dass es den Pokal beim Wertungsspielen verdient erhalten hat. Zwei der drei Stücke vom Wertungsspielen, der „Von-der-Tann-Marsch“ von Andreas Hager und der Walzer „Mein Augenstern“ von Toni Scholl gehörten zum Programm. Mit „Malaguenas“ kam kubanisches Temperament auf die Bühne und mit „Abba Gold“ intonierte die Kapelle einige der schönsten Melodien der schwedischen Popgruppe.

Mit einem Stück aus Georg Friedrich Händels Oper „Rinaldo“ wagte die Kapelle einen Abstecher in die Klassik. Als dann auch noch die Sängerin Judith Beifuß aus Estenfeld die Bühne betrat und die Opernarie mitsang, wurden erneut Rufe nach Zugabe laut, die auch gerne gewährt wurde.Dirigent Thomas Hümpfner fordert sein Orchester und die Musiker waren bereit, sich darauf einzulassen. Welche Kapelle kann schon von sich behaupten, einen Komponisten in den eigenen Reihen zu haben. Eine echte Uraufführung, das erste eigene Werk eines Komponisten, das noch nirgendwo sonst gespielt wurde, bekam das Publikum in Baldersheim zu hören.

Der junge Tubist Fabian Neckermann hatte in Erinnerung an seine Oma Theres eine schwungvolle Polka geschrieben. Sein Stück „Schöne Erinnerungen“, das er natürlich selbst dirigierte, fand sofort Anklang bei den Zuhörern und erhielt begeisterten Applaus. Mit einer weiteren Uraufführung, dem Reichelsburgmarsch, als Erkennungsmelodie von Dirigent Thomas Hümpfner für seine Kapelle komponiert, wollte sich das Orchester verabschieden.
Doch begeisterter Applaus und Rufe nach Zugabe forderten Verlängerung. So hatte die Kapelle noch Gelegenheit, auch das dritte Stück aus den Wertungsspielen, die „Rekrutenpolka“ eine mährische Polka, aufzuführen. Als weitere Zugabe gab’s zum Abschluss noch den Frankenlandmarsch. Als Moderatorin führte Carolin Knopf bei ihrem Debüt in dieser Rolle charmant durch den Abend.
Abzeichen, Nadeln und Urkunden für verdiente Musikanten
Frisch von der Leistungsprüfung, die sie nur wenige Stunden vorher abgelegt hatten, kamen einige der jungen Musikantinnen und Musikanten zum Herbstkonzert und durften vor großem Publikum ihre Leistungsabzeichen entgegennehmen.
Patricia Wagenpfahl, Emily Deppisch, Christina Geißendörfer, Lorenz Igers erhielten aus den Händen von Markus Schenk, dem stellvertretendem Kreisvorsitzenden des Nordbayerischen Musikbundes, ihr bronzenes Leistungsabzeichen D1.



Das silberne Leistungsabzeichen D2 dürfen sich künftig Christina Geißendörfer und Paul Metzger ans Revers stecken.
Im Rahmen des Herbstkonzertes gab es aber auch Anstecknadeln und Urkunden für treue Musikanten. So sind die Jungmusikanten der ersten Yamaha-Bläserklasse aus dem Jahr 2002, Lena Deppisch, Nadine Deppisch, Isabel Wagenpfahl, Thomas Wagenpfahl, Philip Wagenpfahl, Johannes Kinzinger, Fabian Neckermann, Karl Nestmeier und Patrik Neckermann nach zehn Jahren zu wichtigen Stützen der Kapelle geworden.
Drei Musiker sind seit der Gründung der Kapelle in ihrer derzeitigen Form im Jahr 1972 mit dabei. Als Musiker der ersten Stunde Paul Metzger, Michael Neckermann und Werner Flury seit 40 Jahren aktive Musikanten. Dafür gab es aus den Händen des stellvertretenden Kreisvorsitzenden die goldene Ehrennadel mit Diamanten sowie eine Urkunde.
Alfred Gehring (c) mainpost



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