Fünf neue Glocken verkünden nun Gottes Stimme

Viele Gläubige wohnten der Glockenweihe in Baldersheim bei – Große Opferbereitschaft der Einwohnerschaft

Die Weihe von fünf neuen Kirchenglocken war ein Festtag für die Gemeinde Baldersheim. Sie wurde am Sonntagnachmittag im Auftrage des bischöflichen Ordinariats von Prälat Brander vorgenommen. In seiner Predigt betonte der Prälat, daß die Glocken Boten Gottes seien und daß deshalb eine Glockenweihe von besonderer Bedeutung wäre. Während des Weiheaktes, der unter der Assistenz von Pfarrer Väth (Aub) und Pfarrer Liebenstein. der aus Baldersheim stammt, erfolgte, erläuterte der ortsgeistliche Pfarrer Diener die Bedeutung der Weihehandlungen.

1955.08.23-Glockenweihe-01.jpg

Die zwei größten Glocken wurden dem König der Liebe und der Himmelsmutter geweiht. Sie erhielten die Namen „Christkönigsglocke“
und „Herz-Maria-Glocke“. Die drei weiteren Glocken wurden den Heiligen „St. Georg“, „St. Joseph“ und „St. Laurentius“ gewidmet.

An den Feierlichkeiten nahmen Dekan Kleinschroth (Riedenheim), die Geistlichen aus den Nachbargemeinden, Bürgermeister Engert mit seinem
Gemeinderat und der Kirchenrat teil, Am Schluß des Festaktes sang der Kirchenchor unter Begleitung der Ortskapelle den Choral ‚Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“.

Die neuen Glocken waren am Samstagabend gegen 21 Uhr in Baldersheim eingetroffen und in feierlicher Prozession zum Kirchplatz geleitet worden. Nach der Weihe dankte Pfarrer Diener der gesamten Einwohnerschaft für ihre Opferbereitschaft, der es zuzuschreiben sei, daß die neuen Glocken
angeschafft werden konnten. Sie wurden von einer Glockengießerei in der Nähe Münchens geliefert und kosteten rund 12 000 DM.

bbblbbbr

Anlässlich der Glockenweihe schauten wir uns die Pfarrkirche von Baldersheim mit ihrem dreigeschossigen Turm einmal näher an. Sie wurde in der Zeit von 161-1 bis 1616 erbaut, am. 21. August 1616. also fast vor 340
Jahren, konsekriert, und dem Heiligen St. Georg geweiht. An der Ostwand des südlichen Sakristeibaues ist ein Wappen des Fürstbischofs Julius Echter mit der Jahreszahl 1613 als Sandsteinrelief gut erhalten.

Am Kirchenschiff sieht man die Holzfiguren der Frankenheiligen Kilian, Kolonat und Totnan. Dabei handelt es sich um interessante spätgotische Arbeiten. An der Außenseite des Gotteshauses sind zahlreiche Grabsteine
angebracht. Nördlich von der Kirche befindet sich das sogenannte Beinhäuschen. Es zeigt dem Beschauer außen den eingemauerten
Kopf eines gotischen Bildstockes aus dem Jahre 1150 mit dem Relief der Kreuzigung.
An Stelle der alten Glocken, von denen nur eine die verflossenen Jahre überstanden hat, werden nun fünf neue Glocken den Platz im Kirchturm einnehmen. Alle Gläubigen der Gemeinde freuen sich darüber.

Glockenweihe

Am 26. Juni 1946 wurden zwei Glocken geweiht, die bis 1955 läuteten

1946.06.26-Glockenweihe-1.jpg

Die Mädchen: Maria Engert, Anni Wagenpfahl, Lydia Unsleber

Ablieferung der Glocken

Ablieferung der Glocken im Zweiten Weltkrieg am 13. April 1942

bbblbbbr

Nur eine Glocke wurde als „Läutglocke“ zugestanden. Zusammen mit der großen Glocke der Laurentiuskapelle bildete Sie bis 1946 das Baldersheimer Geläut.

Die Glocken wurden nach Hamburg gebracht, dort verliert sich ihre Spur. Ob sie wirklich eingeschmolzen wurden ist nicht sicher, da nicht alle Glocken für die Waffenproduktion verwendet werden konnten.

Glockenweihe

1936.02.23 - Glockenweihe (3).jpg

Die Buben im Vordergrund: Richard Hoos, Alois Raps, Andreas Wagenpfahl

1936.02.23 - Glockenweihe (2).jpg

Die Mädchen: Rosa Geißendörfer, Loni Engert Die Ministranten: Willi Hoos, Josef Metzger, Kilian Neckermann

1936.02.23 - Glockenweihe (1).jpg

Die Ministranten: Willi Hoos, Josef Metzger, Kilian Neckermann

1 52 53 54 55