Ein ganzes Dorf musiziert
Ein Dorf musiziert – und alle kommen sie zum zuhören. Die Festhalle in Baldersheim war gut besetzt, wer nicht unter den Zuhörern saß, war auf der Bühne.
Baldersheim, mit seinen rund 450 Einwohnern hat eine der größten Musikkapellen im südlichen Landkreis. Rund 60 Musikantinnen und Musikanten saßen auf dem Podium, dazu weitere 20 Jugendliche, die in einer weiteren Bläsergruppe das Musizieren lernen.
Erfolgreicher Nachwuchs
Viele junge Musikantinnen und Musikanten spielen seit Jahresbeginn in der Musikkapelle Baldersheim/Burgerroth, seit die Jugendkapelle in der Erwachsenenkapelle mitspielt. Was sie ihren Gästen boten, konnte sich sehen, vor allem aber hören lassen. Werke von Johann Sebastian Bach bis zur Rockmusik, vom Swing bis zur Marschrevue, vom spanischen „L’Amistat über die „Geschichten aus dem Wienerwald“ bis zu böhmischen Weisen: ein eineinhalbstündiges Programm – durch das Karl Nestmeier führte – hatte die Kapelle unter ihrem Dirigenten Siegfried Graf seit August einstudiert.
Die letzten Raucher
Die letzten Raucher von Baldersheim – in einer Einlage beim Herbstkonzert saßen sie beim Schafkopf. Während die Musik im Hintergrund fränkische Wirtshausmusik spielte, klopften sie ihren Schafkopf, tranken ihr Bier und rauchten, dass die Halle qualmte. Das Rauchverbot, das ab dem nächsten Jahr in öffentlichen Räumen gilt, hatte es ihnen angetan. „Wenn die das wirklich verbieten, das Rauchen im Gasthaus, dann schwöre ich, dann höre ich das Rauchen auf,“ war die mehrheitliche Aussage der vier Herren am Stammtisch. Im Bild am Stammtisch mit Zigarre: Otto Haaf, Christoph Hoos, Michael Neckermann und Werner Flury.
Applaus und Zugaben
Die Gäste honorierten die dargebotenen Stücke mit viel Applaus, forderten zum Ende des Konzerts mehrfache Zugabe. Eine Einlage gab die jüngste Bläserklasse. Die 20 Jugendlichen wurden von Anne Friedl und Sebastian Mark dirigiert. Sie hatten selbst einige Stücke einstudiert, spielten für ihr Publikum aus Offenbachs „Orpheus aus der Unterwelt“ und aus der Filmmusik „Fluch der Karibik“, zu der sie sogar einen Piraten mit der Totenkopffahne dabei hatten, spielten Reggae ebenso wie Rock’n Roll. Auch sie durften das Podium erst nach einer Zugabe verlassen.

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