„72’er Musikanten“ und Truchseß-Taler

Nach zehnjähriger Pause waren Baldersheimer Musikanten vor einem Jahr das Wagnis eingegangen und haben auf der im Wald zwischen Aub und Baldersheim gelegenen Burg ein Burgfest veranstaltet.
Wochenlang dauerten die Aufbauarbeiten, da Wasser- und Stromanschlüsse gezogen werden mußten, eine Holzbrücke über den Burggraben gebaut wurde und zu guter Letzt alle zu einem solchen Fest nötigen Utensilien auf den Burgfried gekarrt werden mußten. Doch der überwältigende Erfolg gab den Veranstaltern recht.
Für das diesjährige Festwochenende vom 30.Mai bis zum 1.Juni haben die Verantwortlichen bei den Baldersheimer Musikanten diesmal ihr Programm noch einmal erweitert, zumal sich in diesem Jahr das Bestehen der Jugendkapelle zum 25. Mal jährt. Den Auftakt macht am Freitag das Kreismusikorchester Würzburg, das als eines der besten Laienorchester Deutschlands gilt. Am Samstag werden der Truchseß von Baldersheim und seine Gattin in Gestalt von Otto Haaf und Ina Heidschmidt die Gäste persönlich empfangen. Für kulinarische Genüsse ist mit dem sogenannten Ritterschmaus bestens gesorgt. Für die gute Stimmung sind an diesem Abend die Willanzheimer Musikanten zuständig, deren Repertoire von der Polka bis zum Beat, von Ernst Mosch bis zu den Schürzenjägern reicht.
Zum sonntäglichen Gottesdienst, den Pfarrer Stephan Hartmann zelebriert, spielen die „72er Musikanten“. Bei dieser Gruppe handelt es sich um Musikanten, die bei der Gründung im Jahr 1972 dabei waren. Viele spielen seit über zehn Jahren nicht mehr, übten aber seit März wieder kräftig mit Dirigent Alfons Kemmer für das Jubiläum.
Vor der Jugendkapelle Bieberehren spielt von 13 bis 15 Uhr die sogenannte „Asthma-Band“, zum Festausklang die historische Trachten- und Stadtkapelle Aub. Am Sonntag bietet die Bläserjugend Spiele mit und für die Kleinsten an. Als Erinnerung an das Fest gibt es auch wieder den „Truchseß-Taler“.

Unbekannte wollten Maibaum-Aufstellung vereiteln

Fast hätten die Baldersheimer eine üble Überraschung erlebt. Sie entdeckten durch Zufall, daß Unbekannte das Loch für ihren Maibaum zubetoniert hatten.
Politikerreden soll ja manchmal der Makel anhaften, daß sie nicht jedermann interessieren. Ähnlich verhält es sich mit deren Grußworten. Manchmal ist das gut so, wie unser Beispiel zeigt:
Als am vergangenen Sonntag beim St.Georgs-Ritt wieder etliche dieser Reden und Grußworte anstanden, nutzte Bernd Geißendörfer, Chef der Baldersheimer Bläserjugend die Zeit, um sich so seine Gedanken zu machen. Über den Maibaum, das Loch dazu und die damit verbundene Prozedur. Gleich neben der Stelle, wo diese in den nächsten Tagen über die Bühne gehen sollte, hatten er und seine Kollegen gerade vorher ihr Standkonzert gespielt.
Er lupfte also die Bretter, die das Loch in den Monaten außerhalb des Mai abdecken, während aus der Ferne das Hoch auf Roß und Reiter erklang.
Was er sah, ließ ihn beinahe das Mundstück seines Instruments verschlucken. Hatten doch Unbekannte das Loch, in dem ab Dienstagabend die geschmückte Birke ihren Platz finden sollte, mit Beton ausgegossen.
Umgehend verständigte er seinen Vorsitzenden Franz Mark. Schließlich ist die Baldersheimer Kapelle für das Aufstellen des Maibaums verantwortlich. Und man stelle sich nur die langen Gesichter vor, hätte man den „Scherz“ erst beim eigentlichen Akt bemerkt.
Glück im Unglück also. So rückten Geißendörfer, Mark und einige andere starke Männer aus Baldersheim an, um die etwa fünf Eimer mittlerweile gut gehärteten Betons zu entfernen. Da die Baldersheimer Kapelle den oder die Täter nicht im eigen Ort vermutet, richten sich die Ermittlungen nun gegen Bauherren im Umkreis von zehn Kilometern, die in letzterer Zeit betoniert haben und dabei vielleicht etwas zuviel Speis angerührt haben. Für die Baldersheimer erwies sich jedenfalls als günstig, daß einige von ihnen nicht auf alles hören, was Politiker so erzählen.
Franz Mark und Bernd Geißendörfer begutachten das betonierte Loch des Maibaumes in Baldersheim. Im Hintergrund rückt schon schweres Gerät an.

(c) mainpost – Christian Schnell

Musiker planen Fest an der Reichelsburg

Großes plant die Musikgemeinschaft Baldersheim-Burgerroth in diesem Jahr. Das legendäre Burgfest auf der Reichelsburg, letztmals vor zehn Jahren vom Schützenverein veranstaltet, soll wieder zum Leben erweckt werden. So war es bei der Jahreshauptversammlung der Musiker zu hören. Doch vorher berichtete Vorsitzender Franz Mark über die Vereinstätigkeit im vergangenen Jahr. Sein besonderes Dankeschön galt Josef Hoos für die Trompetenausbildung der Jungmusikanten sowie für zahlreiche Vereinsarbeiten.
Eine Bereicherung wäre es laut Mark, wenn die älteren Musikanten wieder aktiv in der Kapelle teilnehmen würden. Siegfried Graf, seit einem Jahr Dirigent der Kapelle, berichtet von 41 Proben und acht Registerproben. Musikalischer Höhepunkt im laufenden Jahr soll ein Wertungsspielen in Willanz-heim sein. Des weiteren sei ein Ausflug ins Allgäu geplant.
Bei den Neuwahlen gab es wenig Änderungen. Vorsitzender bleibt Franz Mark, sein Stellvertreter ist Anton Deppisch. Schriftführerin ist nun Ina Heidschmidt, Stellvertreter ist Oskar Ernst. Die Kasse führt Lioba Kinzinger, vertreten wird sie von Edith Körner. Weitere Ausschußmitglieder sind Werner Flury, Klaus Wagenpfahl und Roland Haaf. Kassenprüfer sind Paul Metzger und Susanne Bauer. Der neue Vergnügungswart heißt Michael Neckermann.

Da es mit den Trachten nicht zum Besten steht, wurde der Kauf neuer Hosen auf eigene Kosten beschlossen. Ebenfalls wurde schriftlich eine Bitte an die Stadt Aub gerichtet, daß der Proberaum im alten Schulhaus saniert wird.

Das Hauptaugenmerk ist momentan allerdings die Organisation des Reichelsburgfestes gerichtet. Sämtliche Genehmigungen dafür wurden inzwischen eingeholt. Unter dem Motto „Der Truchseß lädt ein“ soll das Reichelsburgfest wieder Bestandteil im alljährlichen Veranstaltungskalender werden.
Als Termin ist heuer der 8. und 9. Juni geplant. Damit will man die Tradition der 50er Jahre wieder aufleben lassen. Viel Arbeit steht den Baldersheimer Musikern bis dahin bevor. Eine Brücke soll erbaut werden. Lichterketten sollen bis nach Aub und Baldersheim gezogen werden. Auf dem Burgfried sollen die Kapellen spielen. Dazu plant man Essen aus dem Mittelalter, dargereicht von Bedienungen in historischen Gewändern. Zur Zeit ist man noch auf der Suche nach einer Person, die den Truchseß von Baldersheim darstellen soll. Der ehemalige Burgherr soll im historischen Gewand die Wacht über die zwischen Aub und Baldersheim gelegene Burg halten.

Aufrechte Menschen geformt

Erinnerungen aus dem Schulleben wurden wach, als Lehrer Arthur Knötgen mit „Ehemaligen“ seinen 75. Geburtstag feierte.
Zehn Jahre, genauer von 1953 bis 1963 war Artnur Knötgen als Oberlehrer in Baldersheim tätig. Gut muß die Erinnerung an den ehemaligen Pauker gewesen sein, sonst hätten nicht von über einhundert namentlich bekannten „Schülern fast alle den Weg zum Schülertreffen gefunden.
Bis aus Bremen und aus der Schweiz kamen einige. Im Rahmen des Musikfestes trafen sich die Jahrgänge 1940 bis 1952, um alte Erlebnisse aufzufrischen und nachträglich den 75. Geburtstag ihres Lehrers zu feiern. Josef Unsleber, Mitinitiator des Treffens, brachte es auf den Punkt: „Es soll der Schulalltag wieder lebendig werden, Streiche aber auch Schicksalsschläge sollen ausgetauscht werden.“ Ein großes Lob habe sich der ehemalige Lehrer verdient, daß er aufrechte Menschen geformt hat.
Ein kleines Rahmenprogramm ließen sich die ehemaligen Schüler einfallen. Gerd und Margarethe Bauer sowie Marianne Neckenmann besangen Anekdoten aus dem Schulalltag. Otto Haaf, mit Lederhose und Ranzen als Schüler verkleidet, ließ den Tagesablauf in der Schule lebendig werden.
Regelmäßig begann der Unterrichtstag mit einem Gebet und einem Gedicht. Danach mußte der Barometerstand interpretiert werden. Auch Amüsantes konnten die Schüler dabei hören. So war man einige Tage lang gut angesehen, wenn man nach einem Schlachtfest dem Lehrer Würste und Kesselsuppe mitbrachte.
Recht rüstig präsentierte sich Arthur Knötgen anschließend. Zwar habe ihn in letzter Zeit das Rheuma geplagt, doch sei es bei dem Gedanken wieder an seine alte Wirkungsstätte fahren zu dürfen, plötzlich wie weggeblasen gewesen. Nur der Zustand des ehemaligen Schulhauses mache ihm Sorgen. „Die Vorhänge habe ich noch angeschafft. Und das ist mindestens 32 Jahre her.
Stryjski, der seit seinem 16. Lebensjahr malt und heute in Ochsenfurt wohnt, hatte schon zweimal im Ochsenfurter Galeriele ausgestellt und ist mit etwa 20 Aquarellen im Baldersheimer Schulhaus zu sehen. Dort haben die Initiatoren des Schülertreffens auch Fotos aus der damaligen Zeit zusammengetragen.
(C) mainpost – Christian Schnell

Frischer Wind in der Jugenkapelle

Seit einigen Monaten weht bei der Jugend- und Trachtenkapelle im Ortsteil Baldersheim ein frischer Wind. Mit dem 25jährigen Christopher Dietl aus Aub konnte ein neuer Dirigent gewonnen werden, der verstärkt Wert auf qualitative Jugendausbildung setzt.
Jüngstes Ergebnis: Sieben Baldersheimer Jungmusiker wurden mit dem Jungendmusikerleistungsabzeichen in Bronze ausgezeichnet. Bisher hatte innerhalb der Kapelle nur ein Musiker diese Auszeichnung. Geprüft wurden die sieben Nachwuchsmusiker in den Klassen Klarinette, Tenorhorn und Trompete.
Dabei tat sich vesonders Willy Rodriguez hervor, der zum besten Teilnehmer in der Klasse Tenorhorn avancierte. Nun bereiten sich die sieben Baldersheimer Jungstars auf die Prüfung für das silberen Leistungsabzeichen vor.
Dirigent Dietl lobte das persönliche Engagement seiner Nachwuchsbläser: „Solche Prüfungen sind für junge Musiker sehr wichtig. Dadurch szeigert sich die Qualität der Darbietung ganz enorm.“
Wer die Jugend- und Trachtenkapelle Baldersheim live erleben will, kann dies bei einem Weihnachtskonzert am 19. Dezember in der Hemmersheimer Kirche tun.

Sieben Baldersheimer Jungmusiker wurden mit dem Jugendmusikerleistungsabzeichen in Bronze ausgezeichnet: hinten v.l. Matthias Bach, Bernd Geißendörfer, Michael Neckermann, vorne v.l. Willy Rodriguez, Doris Pfeuffer und Rainer Pfeuffer. Ebenfalls ausgezeichnet wurde Paul Metzger.
© mainpost

Alfons Kemmer gab den Taktstock ab

Ihren langjährigen Dirigenten Alfons Kemmer (Mitte) verabschiedeten die Mitglieder des Musikvereins Baldersheim bei ihrer Generalversammlung. Bernd Stegmaier (links) würdigte im Namen der Musikanten Kemmers Verdienste, der in fast 20jähriger Tätigkeit wesentlich zum Aufbau der Kapelle beigetragen hat. Nachfolger von Alfons Kemmer wurde Franz Pfeuffer (rechts). Vorsitzender des rund 110 Mitglieder zählenden Vereins ist Franz Mark. Weitere Ergebnisse der Wahlen: Zweiter Vorsitzender: Anton Deppisch; Kassier: Oskar Ernst; Beisitzer: Manfred Rock, Franz Neeser und Werner Flury.

Musikkapelle würdigte die Verdienste Franz Kemmers

Zum Ehrenvorsitzenden der Musikkapelle Baldersheim-Burgerroth wurde Franz Kemmer von seinem Nachfolger Franz Pfeufer ernannt.
Beim Frühjahrskonzert im Auber Roßsaal würdigte der stellvertretende Bezirksvorsitzende des Nordbayerischen Musikbundes, Hermann Deußer (Würzburg), die Verdienste Kemmers, der dem Verein 15 Jahre vorstand.
Für diese Tätigkeit wurde Kemmer mit der silbernen Nadel des Bezirks Unterfranken geehrt. Die goldene Ehrennadel des Nordbayerischen Musikbundes sowie die Goldnadel der Bundesvereinigung Deutscher Blas- und Volksmusik wurden Kemmer für seine 40jährige aktive Musikertätigkeit verliehen. Ebenfalls 40 Jahre aktiv war Josef Igers, den der Nordbayerische Musikbund und die Bundesvereinigung mit den goldenen Nadeln auszeichnete.
Für 25jährige aktive Musikerzeit wurde Leonhard Deppisch die Silbernadel des Nordbayerischen Musikbundes verliehen. Josef Klee, der seit 15 Jahren als Schriftführer des Musikvereins fungiert, bekam von Deußer die silberne Nadel des Bezirks Unterfranken überreicht.
Franz Kemmer, der sich im Namen der Ausgezeichneten bedankte, gab einen Rückblick über die Geschichte der Kapelle, die 1970 durch den Zusammenschluss von Musikern aus Baldersheim und Burgerroth entstanden war.

Kreismusikfest 1983

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Festprogramm

Freitag, 1. Juli 83
    • 18.00 Empfang des Ehrenpräsidiums auf dem Kirchplatz mit Standkonzert der Jugendkapelle Baldersheim-Burgerroth
    • 19.15 Abmarsch zum Festzelt mit dem Trachtenverein Ochsenfurt
    • 19.30 Festkommers
  • Begrüßung durch den Vorsitzenden
  • Grußwort des Bürgermeisters
  • Eröffnung des Kreismusikfestes durch den Bezirksvorsitzeiaden
  • Ansprache des Kreisvorsitzenden
  • Festansprache des Schirmherrn
  • zum Festkommers spielt die Jugendkapelle Baldersheim-Burgerroth
  • anschließende Tanzeinlagen des Volkstrachtenvereins Ochsenfurt
  • und Unterhaltungsmusik mit der hist. Trachten- und Stadtkapelle Aub
Samstag, 2. Juli 83
  • 14.30 Kindernachmittag, Unterhaltungsmusik mit der Musikkapelle Hohestadt
  • 19.30 Unterhaltungsmusik mit den Gastkapellen Greußenheim, Wernfeld und Rannungen, anschl. spielen die „Fidelen Püssenheimer“
Sonntag, 3. Juli 83
  • 8.15 Kirchenparade
  • 8.30 Festgottesdienst, anschl. Totenehrung, Musikalische Gestaltung durch die Jugendkap. Baldersheim-Burgerroth
  • 12.30 Aufstellung zum Festzug
  • 13.00 Festzug, anschl. Gemeinschaftschor und Konzert der Gastkapellen
  • 16.00 Unterhaltungsmusik mit der Musikkapelle Sonderhofen
  • 17.00 Übergabe der Erinnerungsgeschenke
  • 19.30 Unterhaltungskonzert zum Festausklang mit der Musikkapelle Aufstetten

In Baldersheim ist die Jugend „tonangebend“

Kaum gegründet ist die Jugenkapelle Baldersheim-Burgerroth schon aus dem Vereinsleben nicht mehr wegzudenken. Nach erfolgrichen Gesprächen des Gründers der Kapelle, Otto Haaf mit Eltern, Schülern und der Gemeinde war es im November 1972 soweit. Alfons Kemmer aus Ochsenfurt konnte mit 27 Schülern im Alter von 9 bis 14 Jahren die Probenarbeit aufnehmen. Daß die jungen Burschen zwischenzeitlich auf den verschiedenen Blasinstumenten viel gelernt haben, läßt auf großen Eifer und gutes Einfühlungsvermögen des „Kapellmeisters“ schließen. Ganz hinter den jungen Musikern steht der Gemeinderat mit Bürgermeister Rudolf Engert. Er läßt der Jugendkapelle jede mögliche Unterstützung und Förderung zukommen. Besonders erfreut ist der Initiator Otto Haaf übe das Engagement der Eltern, die beim Instrumentenkauf für ihre“Sprößlinge“ oft tief in die Tasche greifen mußten. Die neue Jugendkapelle ist der ganze Stolz Baldersheims.
© mainpost – Reistert
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