46. Frankenhallenfest in Reckerstal

Die gelungene 2012er-Premiere hatte sich herumgesprochen: Auch die zweite Ausgabe der Tauberfränkischen Musikantenscheune im Rahmen des traditionellen Reckerstaler Frankenhallenfestes war ein Erfolg.
Das dreitägige Programm wurde abgerundet durch die Rocknacht am Freitag mit den Gruppen „JBUhl“ und „Lost Eden“, mit den „Gelchsheimer Musikanten“ zum sonntäglichen Frühschoppen. Zudem wurde auch an Spaß und Spiel für die Kinder gedacht: Sandkasten, Hüpfburg, Flohmarkt, Kinderschminken, alte Kinderspiele XXL, AOK-Familientag und Ponyreiten bei Trunks standen auf dem Programm. Der Musikverein Baldersheim übernahm dann den Part des musikalischen Rausschmeißers. Das tat er mit flotter Blasmusik und versüßte den sonntäglichen Festgästen so das Ende des 46. Frankenhallenfestes in Reckerstal.

Reichelsburgfest 2013: Feiern mit Regen und Hochwasser

Auch wenn es kalt und nass war – die Baldersheimer feierten ihr Reichelsburgfest trotzdem. Der Sonnenschein, den die Musikkapelle Baldersheim-Burgerroth als Veranstalter in den vergangenen Jahren abonniert zu haben schienen, blieb diesmal aus. So musste das Festprogramm angesichts des ständigen Regens sogar gekürzt werden.

Der Beatabend am Freitag war dem Unwetter ganz zum Opfer gefallen, Hochwasser hatte schlicht die Zufahrt zur Burgruine überflutet und es den anfahrenden Besuchern so unmöglich gemacht, trockenen Fußes das Fest zu erreichen.
Um das Fest nicht ganz absagen zu müssen, hatten die Veranstalter am Samstag zwei Zelte im Burghof errichtet, so dass die Gäste, die sich vom Regen abhalten ließen, zumindest im Trockenen feiern konnten. Selbst den Zugang zur Burg, die Zugbrücke, hatten die Baldersheimer mit einem Zelt überbaut, so dass Truchsess Otto Haaf und sein Burgfräulein Katrin Reuss die Gäste vor Regen geschützt per Handschlag auf dem Fest begrüßen konnten.

In Vertretung der Stadt Aub übergab stellvertretender Bürgermeister Claus Menth die Schlüssel der Burg an den Truchsess und sein Gefolge und wünschte trotz der widrigen Umstände einen guten Festverlauf.

Dass die beiden Zelte nicht voll wurden, lag womöglich zusätzlich an dem gleichzeitig stattfindenden Pokalendspiel, das weitere Besucher vom Festbesuch abhielt. Die, die trotzdem gekommen waren, konnten mit dem gebotenen Programm zufrieden sein. Nicht nur, dass Hofmarschall Michael Neckermann sich als Animateur versuchte, auch von der am Spieß gegrillten Sau konnten die Gäste ausgiebig genießen.

Die Musikkapelle Vilchband gestaltete den Abend musikalisch.

Zum Abschluss des Programms gab es sogar noch ein Theaterstück, das die „Truchsess-Theatergruppe“ eigens einstudiert hatte.

Dabei brachten die Baldersheimer eine lokale Version des Märchens Dornröschen auf die Bühne. Mit Michael Neckermann in der Rolle des Königs, Birgit Hoos als Königin und Sebastian Knopf, der den müden Hofmarschall verkörperte, waren die tragenden Rollen treffend besetzt.

In dem Stück wäre dem König zwar ein Sohn und Thronerbe lieber gewesen, als die von einem Zauberer angekündigte Tochter und als der geizige und stets auf seinen Vorteil bedachte König aus Sparsamkeit zur Tauffeier dann nur einen Teil seiner Verwandtschaft eingeladen hatte, kam das bei den nicht berücksichtigten Verwandten nicht gut an: Sie verfluchten die junge Prinzessin, die dann in den Schlaf verfiel und nur von einem Prinzen per Kuss geweckt werden konnte.

Die Prinzen, die vom Vater zum Küssen zugelassen wurden, mussten aber gewisse Vorgaben erfüllen: Sie mussten schön sein und vor allem genügend Hektar besitzen. Nach einigen gescheiterten Bewerbern kannte ein junger Prinz aus Gelchsheim die richtige Kusstechnik und fand – obwohl er kein Ackerland sondern nur ein paar Hektar Wald sein Eigen nannte – die Zustimmung erst der Prinzessin, dann die des Königs und sorgte so für ein Happy End des Märchens auf der Reichelsburg.

Auch das Fest selbst fand am dritten Festtag einen guten Abschluss. Nach dem Gottesdienst stand ein Auftritt der Musikkapelle Gelchsheim auf dem Programm, am Nachmittag gehörte die Bühne erst den Kindergartenkindern für eine Tanzeinlage, danach den Bläsergruppen der Grundschule Aub und zum Festausklang bestritten die Harthäuser Musikanten den musikalischen Teil.

Da das Wetter inzwischen ein wenig aufgeklart hatte und zeitweilig sogar die Sonne schien, war das Fest am letzten Tag sogar noch recht gut besucht.

© Alfred Gehring